Ich hatte ziemliche Bedenken, nach so langer Zeit auf Koh Phangan wieder in eine Großstadt zu kommen – immerhin war mir schon der nächstgrößere Ort eigentlich viel zu groß. Somit wollten wir auch nur bleiben, bis unser Visum für Indien da ist.
Zuerst mal hat sich die Anreise aber eeeetwas schwierig und nicht wie geplant gestaltet. Ich habe die Flüge von Bangkok nach KL gebucht. Nachdem ich bei der Bezahlung eine Fehlermeldung erhalten hab, hab ich es ungeduldig gleich nochmal versucht – und fünf Minuten später hatte ich dann vier statt zwei Flüge gebucht. (Mittlerweile ist das soweit gelöst, dass ich das Geld zurück bekomme zum Glück). Der Abschied von meinen Freunden auf Koh Phangan fiel mir auch schwer. Am Vorabend war ich noch in der tantra Community um mich zu verabschieden und ach… ich wurde gedrückt, geherzt und geküsst und mit ganz vielen lieben Worten und guten Wünschen bedacht. Meinem Begleiter wurde eingeschärft, dass er auf mich aufpassen müsse weil ich sehr wertvoll sei. Sehr lieb von allen, aber vielleicht ein bissi viel pressure haha. Danach noch meine beiden Mitbewohnerinnen im gemeinsamen Zimmer besucht. Wir haben zusammen gesungen, erst leise drinnen, dann laut und ausgelassen auf der Terrasse draußen. So schön und verbindend war das und die beiden fehlen mir schon sehr. Am Abreisetag war dann Christin tatsächlich sogar am Pier um nochmal tschüss zu sagen, mir einen unglaublich lieben Brief zu geben und mich zu drücken. Das Herz war mir schwer, als ich all die wunderbaren und intensiven Erinnerungen und vor allem die unfassbar lieben Menschen hinter mir gelassen hab. Die Zeit auf Koh Phangan hat mich so viel über mich herausfinden lassen, mich so vieles gelehrt, mein Herz so erfüllt, mich wachsen lassen und mich so glücklich gemacht. Ein Teil von mir bleibt dort und ich komm wieder.

Das Wissen, noch nicht ganz gleich nach Hause zu fliegen und meine Begleitung haben es mir andererseits aber auf jeden Fall leichter gemacht.
Wir haben also die letzte Fähre aufs Festland genommen und hatten dann eine längere Taxifahrt zum Hotel vor uns. Mein Begleiter hatte auf Facebook eine Kamera gefunden, die er gern kaufen wollte. Sprachbarrieren haben es schon mal kompliziert gemacht, ein Treffen zu vereinbaren aber letztlich standen wir dann spätabends vor einem 7/11 irgendwo im nirgendwo (Abendessen gabs auch von da, weil einfach nix mehr offen hatte). Als die Verkäufer dann auftauchten, herrschte allgemeine Verwirrung. Zum Verkauf stand nämlich ein Gaskocher statt einer Kamera, haha. Kurz gesagt – das war nix ausser Aufwand. Also ab ins Bett und am nächsten morgen zum Flughafen.

Dort die nächste böse Überraschung. Mein Begleiter hatte versehentlich Flüge für März statt für Februar gebucht. Das war vor allem deshalb seltsam, weil wir beide das Datum nochmal gecheckt hatten. Nunja, kurze Aufregung und um leider teures Geld neue Flüge gebucht. Immerhin lief es in Bangkok dann gut – zuerst konnten wir im gratis shuttle bus von einem Flughafen zum anderen fahren und dann wurde mir nichtmal eine Gebühr für overstay berechnet – ich war nämlich einen Tag über meinem Visum und das kostet eigentlich… wird man vorher erwischt (also vor der Ausreise), sperren sie einen ein. Leicht nervös waren wir also schon… aber alles gut und wir dann also kurz darauf in Kuala Lumpur.

Dort war dann plötzlich alles sehr einfach und ist es auch geblieben. Wir haben ein sehr günstiges, sauberes Zimmer in Chinatown, die Menschen hier sind unglaublich freundlich und nett, das Essen ist fantastisch und wir haben eine unheimlich gute Zeit. Weil alles so angenehm und easy ist hier und wir gleichzeitig nicht so viel „erledigen“, wie wir könnten, haben wir bis Sonntag verlängert – obwohl unser Indien Visum schon seit Montag da ist. Kuala Lumpur ist tatsächlich eine richtig tolle und schöne Stadt! Alles funktioniert ziemlich westlich, was manchmal schon wieder ungewohnt ist für mich, haha. Der Verkehr zum Beispiel läuft absolut geregelt ab und da hab ich so ein bisschen troubles. Alles ist sehr sauber und ordentlich und wir fühlen uns super sicher und wohl. Die Menschen sind höflich, zuvorkommend und extrem freundlich und offen.

Unsere Tage verbringen wir gemütlich. Wir schlafen lang und bleiben oft noch länger im Bett. Dann gibts was zu essen (wir lieben beide gutes Essen), spazieren dabei durch die Stadt und haben dabei schon öfter zufällig richtig schöne Ecken entdeckt. Neben Chinatown haben wie das indische Viertel gesehen, einen Tempel besucht, waren drei mal im Kino (und heute gleich nochmal – mein Highlight war definitiv cocaine bear, haha), haben den großen Markt gesehen und sind viel herum gestreunt. Das alles oft im Regen, was uns aber egal ist – warm ist es ja trotzdem.

Gestern waren wir dann abends ausnahmsweise sehr sehr schick essen. Ich bin ja wirklich sehr gern in kleinen, einheimischen Restaurants, aber alle heiligen Zeiten liebe ich es auch, mich aufzubrezeln und es richtig krachen zu lassen. So hatten wir gestern einen Tisch mit Blick auf die Twin Towers und haben da nobel gespeist. Ich habe – wie sonst auch – jede Minute genossen und allein das Essen hat uns beide sprachlos gemacht. Danach sind wir zwischen atemberaubenden Hochhäusern zurück zum Hotel spaziert.






Heute haben wir es dann erstmals geschafft, unser Zimmer gleich morgens zu verlassen, denn wir hatten Tickets für den Genting Highlands Vergnügungspark. Und obwohl auch heute das Wetter unbeständig war und es mittags als wir ankamen richtig geregnet hat, hatten wir einen tollen Tag. Das Wetter wurde besser, viele zuerst geschlossene Attraktionen haben wieder aufgemacht und ich hab mich sogar auf Fahrgeschäfte getraut, um die ich bisher einen großen Bogen gemacht hab. Einziger kleiner fail war eine eher harmlose Sache, bei der man aber ziemlich nass wird. Hätten wir mal wie die anderen unseren Regenponcho angezogen, haha. So waren wir leider eine ganze Weile ziemlich nass, was ungemütlich war. Aber von Anfang bis Ende haben wir wieder mal das beste aus diesem Tag gemacht, hatten so viel Spaß und haben es uns gut gehen lassen.




Und wie läuft es so zwischenmenschlich wenn ich 24/7 mit einem Menschen zusammen bin, den ich seit genau zwei Wochen kenne? Tja. Gut. Fabelhaft. So schön. Anders kann ich’s nicht sagen. Wir sind beide für jeden Blödsinn zu haben, Lieben gutes Essen und entspannte Tage mit langen Nächten. Wie blödeln kindisch und ausgelassen, begeistern uns meist für die selben Dinge und im gleichen Ausmaß, genießen gern, sehen uns lang in die Augen, passen aufeinander auf, sind füreinander da, lernen uns kennen, genießen einander und das Zusammensein unserer Körper, haben zum Glück ähnliche Vorstellungen von Moral und Werten und nehmen ganz von allein Rücksicht aufeinander. Ich bin nicht – wie früher so oft – allein für alles zuständig, wir teilen auf, was gemacht werden muss. Es ist einfach und schön zwischen uns und wir sind ein tolles Team. Ich finde nur schwer Worte für diesen Menschen, der so vieles in sich vereint und den ich bewundere, dessen Glück mir wichtig ist und bei dem ich so geborgen und sicher fühle wie seit vielen Jahren nicht mehr. An diese Schulter gelehnt im Taxi schlafen. In diesen Armen abends einschlafen. Mich in diesen blauen Augen verlieren. Umsorgt zu werden und zu genießen, das zurück zu geben. Das innere dahinschmelzen beim Klang dieser Stimme. Zärtliche Worte, Stärke, Weichheit, Klugheit, Sanftheit, Humor, Leidenschaft, Unsicherheit, Güte, Neugier, Selbstbewusstsein, Begeisterung, Zuneigung, ein großes Herz. Der Gedanke an „danach“ versetzt mir schon einen Stich, denn jetzt gerade würde ich nichts lieber tun als an seiner Seite bis ans Ende der Welt zu gehen. Aber nicht eine Minute bis dahin will ich verschwenden mit Schwermut, sondern genießen und staunen und lieben.

And there are moments, when i wish nothing in this world, but for you to call me Darling and meaning it. ❤️


Schreibe einen Kommentar